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Ein Shelly PowerStrip4 landete auf meinem Tisch mit der Fehlerbeschreibung „LS löst aus beim Einstecken“. Nach Öffnen der Bodenabdeckung offenbarte sich dieses Schadensbild:
Nach Entfernen des PE-Bleches zeigten sich die Schäden durch Lichtbogen:
Der ursächliche Kurzschluss ist wegen Durchdringung der Isolierung des PE-Leiters am überstehenden Draht des Pluspols des Elkos C91 entstanden:
Dadurch wurde der Gleichstrom-Zwischenkreis des Primärwandlers mit Wechselspannung 230V beaufschlagt:
C91 (10μF/400V) wurde zerstört (keine meßbare Kapazität mehr); der Step-Down-Converter BP2522 hat „seinen Hut gezogen“: Der Deckel des IC wurde abgesprengt. R37 (Shunt 0,33Ω zur Strombegrenzung) ist durchgebrannt, die Flyback-Diode D31 ist durchlegiert.
Im Schaltungsauszug wird das Geschehen verständlich:
Leider ist die Überspannung durch das Plasma des Lichtbogens auch auf das CPU-Modul durchgeschlagen: Die CPU bootet nicht mehr. Totalschaden!
Ob der Shelly PowerStrip in einem Netz mit Schutzmaßnahme „Nullung“ betrieben wurde, kann lediglich vermutet werden. IMHO hätte ein RCD mit Auslösestrom 30mA nicht ein derartiges Fehlerbild zugelassen. Aber das ist Spekulation.
Fazit: Der Shelly hatte einen Fertigungsfehler: Die Isolierung wurde beim Zusammenbau durchdrungen. Als Abhilfe sollte man
(a) die Überstände der bedrahteten Bauteile im Bereich der Kabeleinführung sehr kurz halten, und/oder
(b) ein selbstklebendes Schaum-Pad auf der Leiterplatte anbringen, um eine direkte Berührung der Drähte mit der Oberfläche der Leiterplatte zu verhindern.