Eine kurze Zusammenfassung:
(a) Shelly 3EM sind gefährdeter, als die neuen Shelly pro 3EM, weil sie aus allen drei Phasen mit Betriebsspannung versorgt werden. Zwischen den drei Dioden, die die Zwischenkreisspannung gleichrichten und deren Sternpunkt gibt es kein Schutzelement. Kollabiert eine der Dioden wegen Überspannung oder Ausfall, bekommen wir einen dreiphasigen Kurzschluss, der lediglich durch die Leitungsschutz-Sicherungen beherrscht wird. Daher entstehen in diesem Fall massive Schäden.
(b) Der Shelly pro 3EM wird nur über Klemme C mit Betriebsspannung versorgt; die Klemmen A und B sind hochohmige Meßanschlüsse. Daher ist das Schadenspotential begrenzt, wenn man die Diode betrachtet. Allerdings können sich Schadlichtbögen im Gehäuse bilden, wenn der Überspannungsschutz (VDR) und/oder das Sicherungselement zum Geräteschutz (Sicherungswiderstand) nicht regulär auslösen, sondern selbst ionisierende Gase ausstoßen. Weil die Phasenklemmen in relativ geringem Abstand zueinander angeordnet sind (15 - 25mm), kann wieder der unter (a) geschilderte Fall des dreiphasigen Kurzschlusses entstehen. Der gleiche Fehlermechanismus ist auch beim Shelly 3EM möglich.
Abhilfe im Fall (a) ist zum einen durch Einsatz von externen Feinsicherungen im Sinne eines Geräteschutzes, zum anderen durch Entfernen von zwei der drei Dioden möglich. Im Fall (b) lässt sich durch Ersatz des erratisch ansprechenden Sicherungswiderstand mit einer Picofuse und/oder durch Schutzmaßnahmen wie Abkleben spannungsführender Blankflächen mit Kaptonfolie und Einschrumpfen sicherheitsrelevanter Bauteile (VDR, Sicherung) einiges erreichen.
Die Frage, ob diese Maßnahmen „sich auszahlen“, weil so ertüchtigte Shellies ohnehin nicht repariert, sondern ausgetauscht werden, stellt sich spätestens dann nicht mehr, wenn in einem Einzelfall mehr als der Shelly selbst Schaden genommen hat und ein Verteilerbrand ausgelöst wurde. Wenn es dann nicht beim Brand des Verteilers bleiben sollte, ist guter Rat teuer…